Kleine Länderkunde Jamaika
Tropische Strände, dichte Regenwälder, Lebensfreude und viel Musik: Die Karibikinsel Jamaika ist ein aufregendes Reiseziel. Dank der wieder aufgenommenen Condor-Direktverbindung von Frankfurt in die Urlaubshochburg Montego Bay ist man von Deutschland aus in nur elf Stunden dort. Was Urlauber erwartet, lesen Reisebüros in unserer Themenwoche.

JTB
Ocho Rios an der Nordküste Jamaikas ist einer der beliebtesten Ferienorte der Reggae-Insel
Jamaika ist die drittgrößte Insel der Karibik und erstreckt sich über eine Fläche von rund 11.000 Quadratkilometern. Sie liegt südlich von Kuba und westlich von Haiti. Rund drei Millionen Menschen leben auf der Insel, die Hauptstadt Kingston ist das kulturelle Zentrum und hat rund 670.000 Einwohner. Die Landschaft ist geprägt von weißen Sandstränden, tropischen Regenwäldern und der bis zu 2.256 Meter hohen Bergkette der Blue Mountains im Osten der Insel. Als langjährige britische Kolonie ist die Amtssprache auf Jamaika Englisch, aber auch Patois, der Dialekt der lokalen Rastafari-Religion, ist weit verbreitet.
Große Vielfalt an Unterkünften
Das Hotelangebot der Insel ist breit gefächert und bietet von Luxushotels über Boutique-Hotels bis hin zu Ferienwohnungen und Unterkünften bei Einheimischen für jeden Geschmack und Geldbeutel etwas. Die sechs Regionen mit dem größten touristischen Angebot sind neben Kingston Montego Bay, Negril, Ocho Rios, Port Antonio und die Südküste.
Im 17. Jahrhundert war Jamaika berüchtigt für seine Piraterie. Freibeuter wie Henry Morgan gingen von hier aus auf Beutezug und machten das damalige Port Royal, südlich des heutigen Hafens von Kingston, zum "Sündennest der Karibik". Nach einem verheerenden Erdbeben 1692 versank ein Großteil der Stadt im Meer, erfahrene Taucher können die Überreste noch heute erkunden. Später blühte der Zuckerrohranbau, der durch den transatlantischen Sklavenhandel ermöglicht wurde. Die harte Arbeit der Sklaven legte den Grundstein für Jamaikas weltberühmte Rumproduktion, mehrere Destillerien können im Rahmen von Führungen besichtigt werden.
Musik bestimmt den Rhythmus der Insel
Nach der Abschaffung der Sklaverei im 19. Jahrhundert entwickelten sich einige Jahrzehnte später kulturelle Ausdrucksformen, die eng mit der Musik verbunden sind. Nicht weniger als sechs Musikstile wurden auf Jamaika erfunden: Mento, Ska, Rocksteady, Dub, Dancehall und Reggae.
Letzterer ist untrennbar mit Bob Marley verbunden. Der Musiker mit den Dreadlocks wurde Mitte der 70er Jahre zum internationalen Superstar und brachte den Reggae in die ganze Welt. Im Februar wäre er 80 Jahre alt geworden. Das ganze Jahr über feiern die Jamaikaner den berühmtesten Sohn der Insel mit Konzerten und Veranstaltungen.
Die Musik ist eng mit der Rastafari-Bewegung verbunden, die einen naturverbundenen Lebensstil pflegt und die afrikanischen Wurzeln verehrt. Dies spiegelt sich bis heute in der Küche der Insel wider. Eine natürliche Ernährung mit Obst und Gemüse, möglichst ohne tierische Produkte und Salz, wird angestrebt.
Sport, Abenteuer und Flitterwochen
Aber auch ohne Musik hat Jamaika viel zu bieten. An den Stränden, im Landesinneren oder in den Blue Mountains gibt es zahlreiche Sport- und Erlebnismöglichkeiten, Langeweile kommt nicht auf.
Die Insel gilt auch als eines der beliebtesten Reiseziele für Verliebte, Paare, Flitterwöchner und Heiratswillige, und eine Reihe exklusiver Hotels und Resorts bieten maßgeschneiderte Pakete für Trauungen am Strand und luxuriöse Flitterwochen. Die Mischung aus karibischem Flair, faszinierender Geschichte und einzigartiger Musik macht die Insel zu einem unvergesslichen Reiseziel.
Sven Schneider
Mehr über den karibischen Inselstaat lesen Sie in der Themenwoche Condor & Jamaika auf Reise vor9 und Counter vor9. News, Hintergrund und Tipps für die Beratung im Reisebüro.