Thomas Cook lebt in Großbritannien als Reiseportal weiter
Mitten in der Corona-Krise hat der chinesische Fosun-Konzern als Inhaber der Markenrechte an dem insolventen Konzern auf in England eine Website freigeschaltet, über die Pauschalreisen und Zusatzleistungen buchbar sind. Im Angebot sind vorerst Reisen nach Italien, Griechenland und in die Türkei.

Thomas Cook
Fosun belebt Thomas Cook in Großbritannien neu
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Als vergangene Woche Meldungen kursierten, nach denen Thomas Cook als Vertriebsplattform in Großbritannien schon sehr bald eine Art wundersame Wiederauferstehung feiern könnte, glaubte mancher an einen schlechten Scherz. Doch der chinesische Mischkonzern Fosun, der aus den Überresten seiner früheren Beteiligung die Markenrechte erworben hatte, macht nun ernst. Seit Mittwoch ist die Website unter thomascook.com online.
Das Produkt beschränkt sich zunächst auf diejenigen Ziele, in die Briten ohne Quarantäne-Einschränkungen reisen dürfen, Flüge finden überwiegend mit Easyjet statt. Thomas Cook versichert Kunden, dass sie ohne Gebühren auf andere Ziele umbuchen könnten, wenn sich an den Reisebedingungen für die gebuchte Destination etwas ändere.
50 Mitarbeiter und ausschließlich Online-Geschäft
Nach Informationen der "Financial Times" startet Thomas Cook zunächst mit 50 Mitarbeitern, die meisten von ihnen sind, wie auch CEO Alan French, frühere Cook-Angestellte. Das Online-Reisebüro arbeitet mit großen Bettenbanken und dem Consolidator Paxport zusammen. Neben dem Content der Bettenbanken werden auch die Fosun-Hotelmarken Club Med, Casa Cook und Cooks Club vertrieben, zudem sind Mietwagen und Transfers buchbar.
Geld fließt erst nach der Reise
Den Machern des Neustarts ist offenbar klar, dass die Marke Thomas Cook eine schwere Bürde mit sich herumschleppt, nachdem die Pleite neben den Mitarbeitern auch vielen Kunden zusetzte. Nicht zuletzt deshalb soll ein Treuhand-Modell dafür sorgen, dass Kundengelder erst nach der Rückkehr der Kunden aus dem Urlaub an das Unternehmen fließen. Dieses Modell verzögert die Einnahmen für Thomas Cook, macht aber andere teure Formen der Kundengeldabsicherung überflüssig.
Laut "Financial Times" will Fosun neben den rund zwölf Millionen Euro, die für die Markenrechte geflossen sind, weitere 6,5 Millionen in den britischen Markenauftritt pumpen. Wenn der Start im Vereinigten Königreich erfolgreich verlaufe, sei eine Expansion etwa in die Niederlande oder nach Belgien und vielleicht auch nach Frankreich denkbar, wird CEO French zitiert.
Das Reiseportal für die Briten ist nicht der erste Schritt von Fosun, um Thomas Cook wieder aus der Versenkung hervorzuholen. Bereits im Juli lancierte der Konzern eine App in China, die zunächst allerdings überwiegend zum Verkauf von Inlandsreisen dient.
Christian Schmicke
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