21. März 2025 | 15:23 Uhr
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DLR-Studie zeigt Ursachen für schwächelnden Luftverkehr auf

Ein Gutachten des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) analysiert, dass sich der Luftverkehr in Deutschland langsamer erholt als in vielen anderen europäischen Ländern. Als Gründe nennt die Studie unter anderem hohe Standortkosten, aber auch eine schwache Konjunktur und geändertes Reiseverhalten.

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Hohe Standortkosten sind nicht der einzige Grund für die langsame Erholung der Luftfahrt

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Der Luftverkehr in Deutschland hinkt im europäischen Vergleich hinterher. Das zeigt ein neues Gutachten des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR), das im Auftrag des Bundesministeriums für Digitales und Verkehr (BMDV) erstellt wurde. Während viele europäische Staaten das Vorkrisenniveau beim Passagieraufkommen im Jahr 2024 nahezu erreicht haben, lag Deutschland laut DLR bei rund 80 Prozent.

Hohe Standortkosten belasten Branche

Als einen wesentlichen Faktor identifiziert die Studie die im Vergleich hohen Standortkosten. Dazu zählen Steuern, Gebühren und Flughafenentgelte, die nach Angaben des DLR unter anderem in Deutschland, den Niederlanden, Großbritannien und Österreich besonders hoch ausfallen. Zwischen 2019 und 2024 seien die Standortkosten in Deutschland um 38 Prozent gestiegen, heißt es – deutlich mehr als im europäischen Durchschnitt, der bei 26 Prozent liegt.

Die Autoren betonen jedoch, dass diese Kostenentwicklung nicht allein für die schleppende Erholung verantwortlich sei.

Mehrere Ursachen für Rückstand

Studienleiter Sven Maertens nennt weitere Gründe: Die konjunkturelle Schwäche, veränderte Reisegewohnheiten und strukturelle Marktveränderungen. Der innerdeutsche Flugverkehr leide seit dem Aus der Air Berlin unter einem geringen Wettbewerbsniveau. Zudem führten geopolitische Faktoren wie Luftraumsperrungen infolge des Ukraine-Krieges sowie Fachkräftemangel und Verzögerungen bei Flugzeuglieferungen zu Engpässen.

Ein weiterer Einflussfaktor sei der Rückgang von Geschäftsreisen. Auch der Wegfall der Nachfrage von und nach Russland und der Ukraine wirke sich negativ aus. Die zunehmende Nutzung der Bahn für innerdeutsche Strecken schwäche das Flugaufkommen zusätzlich.

Ministerium will gegensteuern

Das BMDV sieht Handlungsbedarf. "Deutschland ist als Exportnation auf eine gute Anbindung an die Welt angewiesen und der Luftverkehr ist ein wichtiger Wirtschaftsfaktor", sagt Staatssekretär Stefan Schnorr. Wenn Airlines Kapazitäten abzögen und sich Drehkreuze ins Ausland verlagerten, müsse man reagieren.

Das Gutachten nennt mehrere Stellschrauben, um den Luftverkehrsstandort Deutschland zu stärken. Eine kurzfristige Entlastung könnte durch die Senkung der Luftverkehrsteuer erfolgen. Laut DLR könnte die Abschaffung der Steuer für innereuropäische Flüge das Passagieraufkommen um bis zu fünf Millionen steigern.

Augenmerk auf Effizienz

Für eine nachhaltige Verbesserung schlägt die Studie unter anderem vor, Flughäfen und Flugsicherung effizienter und kostengünstiger zu gestalten. Auch eine bessere intermodale Vernetzung, mehr Wettbewerb durch neue Anbieter und liberalisierte Luftverkehrsabkommen könnten den Markt stärken. Eine europaweit einheitliche Luftverkehrsteuer könnte helfen, nationale Wettbewerbsnachteile auszugleichen.

Das Ministerium will die Vorschläge aus dem Gutachten nun prüfen. Ziel ist es, die Wettbewerbsfähigkeit des Luftverkehrs zu verbessern und gleichzeitig die wirtschaftliche Bedeutung des Sektors für Deutschland zu sichern. Konkrete politische Entscheidungen stehen noch aus.

Christian Schmicke

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