26. Oktober 2023 | 11:44 Uhr
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City Airlines startet Flugbetrieb im Sommer 2024

Die neu gegründete City Airlines der Lufthansa Group soll im Sommer 2024 den Flugbetrieb aufnehmen und Flüge ab Frankfurt und München anbieten. Bei der Hauptmarke des Konzerns zeigen sich unterdessen Mitarbeiter besorgt, dass es einen erneuten Chaos-Sommer geben könnte, weil im Sommer dieses Jahres eingerichtete Puffer wegfallen sollen.

City Airlines

City Airlines war im vergangenen Jahr gegründet worden und hat im Juni ihr Betreiberzertifikat (AOC) vom Luftfahrt-Bundesamt erhalten. Sie werde ihre Flüge aus den Drehkreuzen München und Frankfurt anbieten und damit auch Zu- und Abbringerdienste für Lufthansa fliegen, kündigt der Konzern an. City Airlines operiere dabei neben Lufthansa Cityline. Ab November solle die Rekrutierung des operativen Personals beginnen. Zum Start würden Pilotinnen und Piloten sowie Mitarbeitende für die Kabine gesucht.

Dass die Lufthansa eine neue Kurzstrecken-Airline startet, hängt nicht zuletzt mit den Tarifverträgen und den Kostenstrukturen bei den existierenden LH-Marken zusammen. Diese betrachtet der Vorstand im Vergleich zur Konkurrenz gerade auf den Kurzstrecken als zu hoch. Die wettbewerbsfähige Stärkung des Kurzstreckennetzwerks sei essenziell für die Marktposition der Lufthansa Group und das geplante Wachstum der Langstrecke im deutschen Markt, heißt es denn auch in einer Mitteilung.

Gespräche mit Gewerkschaften laufen

"Mit City Airlines wollen wir Perspektiven für die kommenden Jahrzehnte schaffen und nachhaltig Arbeitsplätze am Standort Deutschland sichern. Nur so können wir wachsen und die Drehkreuze in München und Frankfurt nachhaltig stärken", sagt Jens Fehlinger, Geschäftsführer von City Airlines. Gespräche mit den Gewerkschaften über Arbeitsbedingungen und Entlohnung haben laut Lufthansa bereits begonnen.

Ein weiterer Grund für die Neugründung liegt übrigens darin, dass bei der City Line nach der Aufkündigung der sogenannten Perspektivvereinbarung zwischen der Gewerkschaft und Lufthansa durch den Konzernvorstand während der Corona-Pandemie ab 2027 keine Flugzeuge mehr mit mehr als 100 Sitzen betreiben darf. Hier soll die neue City Airlines Ersatz schaffen.

Spohr will Effizienz steigern

Unterdessen wächst nach Informationen des Handelsblatts bei den Lufthansa-Mitarbeitern die Besorgnis, dass es im kommenden Sommer erneut zu einem Flugchaos kommen könnte. In diesem Sommer hatte der Konzern 34.000 Flüge vorsorglich abgesagt, weil nicht genug Personal und Ausstattung vorhanden war, um den Flugplan stabil zu halten. Das betraf zum Beispiel die "Peaks" an Flughäfen, wenn viele Flugzeuge gleichzeitig landeten und starteten. 

Diese hatte Lufthansa in diesem Jahr entzerrt und Puffer für Umstiege eingeplant, was allerdings zu längeren Flugzeiten für Passagiere und einem Wettbewerbsnachteil führte. Deshalb sollen diese Umsteigeknoten wieder verdichtet werden. Lufthansa-Chef Carsten Spohr erklärte dazu laut Handelsblatt auf einem Mitarbeiter-Treffen in Brüssel: "Um all die großen Investments zu finanzieren, müssen wir die Puffer wieder herausnehmen und so effizient sein wie vor Covid." Keine ganz leichte Aufgabe, da Flugzeuge, Ersatzteile und an einigen Stellen auch weiterhin Personal nach wie vor fehlen.

Christian Schmicke

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